Michael Riehm - Lebensspuren
In meiner künstlerischen Arbeit frei und ungebunden, nur mir selbst verantwortlich zu sein, ist mir oberstes Gebot. In einer Zeit, in der fast alles und jeder käuflich ist - ein ungeheurer Schatz. Die eigenen Lebensbilder möglichst rein und echt in meinen Liedern darzustellen ist mir Auftrag und Bedürfnis. Sie nicht, in Anbiederung an Moden und Trends, auf dem Schafott der Künstlichkeit und des Konsums zu opfern,ist mir Verpflichtung. In diesem Kulturbetrieb sensibel und empfindsam sein und sich gleichzeitig ein dickes Fell wachsen zu lassen will mir nicht gelingen,strebe es auch nicht an.
       
Schattenräume,glitzerndes Licht
Blätterkühle Luft
Unter Bäumen, Erdgeruch
Aus morgenfeuchtem Gras
Aus: Sommerzeit
Auf warmer Erde bin ich
Nasser Schnee
Der vergeht
Aber ich bin ganz ruhig
Wie die Amsel
Die den Abend mit ihren Liedern schmückt
Aus: Wie die Amsel
Will meine Sterne wieder seh'n
Will von den Toten aufersteh'n
Reiß mir vom Leib
Die alte Haut
Aus: Sonne und Mond sind sich fremd
Regen,Staub und Stein
Rosenmittagszeit allein
Heiße Tage, kühler Saft
Marmeladenbrot am hellgrünen Fenster
Aus: Kinderzeiten
Staunen haben wir verlernt
Sind von der Erde weit entfernt
Darum ist die Angst in uns so groß
Wir sind raus aus Mutter's Schoß
Aus: Fürchtet euch nicht
Wenn die Idee'n
Über Leichen geh'n
Dann ist das nichts für mich
Aus: Ohne mich
Wieviele kleine Höllen mag es geben
In den Büros und den Fabriken
Wieviele leben ein unerträgliches Leben
Und müssen sich doch immer wieder bücken
Aus: Kleine Höllen
Wenn eure Leiber vermodern
Und in den Gräbern verfaul'n
Bleibt ihr doch stark und lebendig
Unsterblich,nah und vertraut
Aus: Geistiges Brot
Mit müden Ohren hören wir im Radio
Wie draußen sich die Welt ihren Kopf einschlägt
Die Kinder werden unsere besten Freunde
Denn für ihre Narrheit hat die Welt keinen Platz
Aus: Am Ende